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Cloud-Speicher Business: Vergleich für Unternehmen

Cloud Computing Server und Netzwerk

Cloud-Speicher für Unternehmen ist kein Luxus mehr, sondern Infrastruktur. Wie Strom und Internet. Die Frage ist nicht ob, sondern welcher. Und diese Frage ist schwieriger als sie aussieht, denn hinter den großen Namen verbergen sich fundamentale Unterschiede in Datenschutz, Collaboration-Features und Preismodellen.

Der beste Cloud-Speicher für Ihr Unternehmen hängt von zwei Faktoren ab: Ihrem bestehenden Software-Ökosystem und Ihren Datenschutzanforderungen. Ein Microsoft-Shop gehört zu OneDrive/SharePoint. Ein Google-Workspace-Team zu Google Drive. Und wer unter DSGVO-Aspekten auf Nummer sicher gehen will, schaut sich europäische Anbieter an.

Die 8 besten Business-Cloud-Speicher im Vergleich

AnbieterPreis ab (User/Monat)SpeicherServer EUVerschlüsselung
Microsoft 365 Business5,60 €1 TB/UserJa (wählbar)At rest + transit
Google Workspace6,90 €30 GB - 5 TBJa (wählbar)At rest + transit
Dropbox Business12 €9 TBJaAt rest + transit + Zero Knowledge
Tresorit14 €1 TB/UserSchweizEnd-to-End
Nextcloudab 3,60 €Unbegrenzt (self-hosted)WahlServerseitig + E2E
IONOS HiDriveab 3 €100 GB - 2 TBDeutschlandAt rest + transit
Box Business15 €UnbegrenztEU (gegen Aufpreis)At rest + transit
luckycloudab 3 €ab 50 GBDeutschlandEnd-to-End

Microsoft 365 vs. Google Workspace: Die Grundsatzfrage

Für 80% der Unternehmen läuft die Entscheidung auf diese zwei hinaus. Beide bieten Cloud-Speicher als Teil einer Produktivitätssuite. Die Speicher-Komponente isoliert zu betrachten, macht keinen Sinn — es geht um das Gesamtpaket.

Microsoft 365 gewinnt bei: Desktop-Apps (Word, Excel, PowerPoint sind immer noch überlegen), SharePoint-Intranet, Teams-Integration, Kompatibilität mit bestehenden Windows-Infrastrukturen.

Google Workspace gewinnt bei: Echtzeit-Collaboration (Google Docs ist schneller als Word Online), einfacherer Admin-Konsole, besserer Suche, modernerer UX. Für Teams, die viel gemeinsam an Dokumenten arbeiten und keine Desktop-Apps brauchen, ist Google oft die pragmatischere Wahl.

Europäische Alternativen: Tresorit und Nextcloud

Tresorit: End-to-End für Paranoid Profis

Tresorit aus der Schweiz bietet echte End-to-End-Verschlüsselung. Das bedeutet: Selbst Tresorit kann Ihre Dateien nicht lesen. Für Anwaltskanzleien, Gesundheitswesen und Finanzdienstleister, die mit hochsensiblen Daten arbeiten, ist das ein echtes Argument.

Nextcloud: Die Self-Hosted-Option

Nextcloud ist Open Source und kann auf eigenen Servern betrieben werden. Maximale Kontrolle über Daten, keine Abhängigkeit von US-Anbietern. Der Preis: Sie brauchen IT-Kapazität für Betrieb und Wartung. Managed-Hosting-Angebote mindern das, kosten aber die Unabhängigkeit wieder ein Stück weit ein.

Sicherheit: Worauf Sie achten müssen

Verschlüsselung ist nicht gleich Verschlüsselung

"At rest and in transit" ist der Mindeststandard — das bieten alle. End-to-End-Verschlüsselung (nur Tresorit, Nextcloud E2E und luckycloud) bedeutet: Der Anbieter hat keinen Zugriff auf Ihre Daten. Das ist ein fundamentaler Unterschied, der in DSGVO-Diskussionen oft untergeht.

Admin-Kontrollen

Wer kann welche Ordner sehen? Können externe Freigabe-Links zeitlich begrenzt werden? Gibt es Audit-Logs? Diese Fragen klingen nach Enterprise, sind aber auch für KMU relevant — spätestens wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt und klarer sein muss, auf welche Daten er noch Zugriff hat.

Häufig gestellte Fragen

Reicht der kostenlose Cloud-Speicher für ein Unternehmen?

Nein. Kostenlose Pläne (Google 15 GB, OneDrive 5 GB) sind für Privatnutzung konzipiert. Business-Funktionen wie Admin-Konsole, Compliance-Tools und erweiterte Freigaben fehlen. Ab 2-3 Mitarbeitern ist ein Business-Plan Pflicht.

Ist es DSGVO-konform, Daten bei US-Anbietern zu speichern?

Grundsätzlich ja, wenn der Anbieter Server in der EU anbietet und ein DPA unterschrieben wird. Das EU-US Data Privacy Framework bietet seit 2023 zusätzliche Rechtssicherheit. Für besonders sensible Daten empfehlen Datenschutzexperten dennoch europäische Anbieter.

Cloud-Speicher ist die Basis. Schützen Sie ihn mit der richtigen Cybersecurity-Strategie und nutzen Sie die Cloud-Migrationscheckliste für einen reibungslosen Umstieg.